Souvenir 2: Kim Sek will weg

Wir sind auf den Fidji-Inseln eingetroffen… und erinnern uns an besondere Menschen, die wir auf unserer Reise getroffen haben. Unser zweites Souvenir widmen wir Kim Sek in Kambodscha, die uns nach einer erholsamen Nacht im Hotel Kaffee serviert hat.

Nataschas roter Lippenstift hat es Kim angetan. Sie bewundert ihn und wir kommen ins Gespräch. Mit großen Augen schaut sie uns an, fragt in gebrochenem Englisch, woher wir kommen, erkundigt sich nach Ehemännern und unseren Berufen. Als sie erfährt, dass wir keine Kinder haben, bietet sie sich als unser Adoptiv“kind“ an. Sie fragt auch nach einem Job in Deutschland oder irgendwo anders. Eins ist klar – Kim Sek will weg.

Kim Sek lernen wir im Hotel Hang Tep kennen. Die 18-Jährige betreut die Frühstücksgäste. Seit vier Monaten arbeitet sie hier. Sie stammt aus einem kleinen Dorf, etwa 30 Kilometer von Siem Reap entfernt. Kein sauberes Wasser, keinen Strom gibt es dort, geheizt wird mit Holz. Kims Vater ist seit vielen Jahren tot. Mit dem Anbau von Gemüse und ein paar Nutztieren schlägt sich Kims Mutter durch.

Dass die junge Frau einen Job im Hotel gefunden hat, ist für sie schon großes Glück. Möglich gemacht hat dies die Organisation Homestay Volunteer Teachers Organization (HVTO). Die 2008 gegründete Initiative unterhält gegenüber vom Hotel ein Dormitorio mit Wohn- und Schlafplätzen für junge Menschen vom Dorf. Hier wohnt Kim.

Patty G. Baker von der Hilfsorganisation HVTO mit Kim Sek aus Seam Reap, Kambodscha.

Patty G. Baker von der Hilfsorganisation HVTO mit Kim Sek aus Seam Reap, Kambodscha.

„Ohne Geld, ohne Bildung und ohne Unterstützer haben Menschen wie Kim keine Chance, eine Arbeit zu finden – egal wie intelligent sie sind und egal wie hart sie arbeiten“, erzählt uns Patty G. Baker, die Präsidentin von Homestay Teachers Volunteers Org (HTVO) aus Florida, USA, die gerade auf Stippvisite im Land ist. „Manchmal scheitert Bildung daran, dass das Geld für ein Fahrrad fehlt, mit dem die Kinder acht oder zehn Kilometer zu einer weiterführenden Schule fahren können. Oder Schulbücher sind einfach unerschwinglich.“

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Sim Piseth, Gründer der Hilfsorganisaton Homestay Volunteer Teachers Org (HVTO).

Einer, der einen Weg aus der Armut gefunden hat, ist Sim Piseth, der Gründer von HVTO. „Ich habe Glück gehabt in meinem Leben, mehr als andere hier“, erzählt er. „Das größte Glück war, dass meine Eltern erkannt haben, wie wichtig Bildung ist. Später hat mich der Vater eines Freundes unterstützt und mir den Schulbesuch ermöglicht. Danach hatte ich einen Sponsor aus Köln, der mein Studium finanziert hat.“

Dieses Glück möchte er auch anderen zukommen lassen. Um die endlose Spirale von Armut zu durchbrechen, bietet er in seiner Organisation Schulungen in englischer Sprache an und lehrt den Umgang mit Computern. So mancher Kambodschaner wurde dank HVTO schon zum Guide für ökotouristische Projekte ausgebildet. Im Bezirk Kontreang, etwa 30 Kilometer von Siem Reap entfernt, werden Initiativen für Hilfe zur Selbsthilfe in sieben Dörfern unterstützt – zum Beispiel im Straßenbau, bei der Wasseraufbereitung oder bei der Stromversorgung.

Englisch und Spanisch spricht Sim – und vielleicht aus Dankbarkeit gegenüber seinem Förderer auch Deutsch. „In Deutschland bin ich zwar noch nicht gewesen, aber das wird sich bestimmt noch einmal ergeben“, wünscht er sich und strahlt dabei eine kraftvolle innere Ruhe aus.

Heute verdient Sim Piseth sein Geld als Touristen-Guide und hat damit ein sicheres Einkommen. Ein Herzensanliegen ist es ihm, Wissen weiter zu geben. In der Hilfsorganisation, die er aufgebaut hat und mit immer neuen Initiativen voran bringt, unterrichten die Lehrer in drei Klassenzimmern rund um die Uhr. „Insgesamt lernen bei uns aktuell zirka 800 Schüler, für etwa 80 haben wir einen Sponsor gefunden, der die Kosten trägt“, informiert er. Um ein solches Engagement zu unterstützen, werden noch viel mehr Spender gebraucht. Wer mehr wissen will, kann sich unter www.hvto.org über die Organisation informieren.

Gabriele Brähler

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