Wo das Glück im Automaten daddelt

Hallen mit Spielautomaten, in denen es Tag und Nacht klingelt, blinkt, dudelt und in denen man sich verlaufen kann.

Groß genug für die mehr als 40 Millionen Touristen, die im vergangenen Jahr nach Las Vegas kamen und mehr als 40 Milliarden Dollar in die Stadt brachten.

Edith sorgt für Sauberkeit

Edith hat schon viele kennen gelernt. Seit 17 Jahren putzt die 34-Jährige in den Casinos der Glitzerstadt und nimmt das endlose Gedaddel der Automaten kaum noch wahr. „Der Job hier ist schon hart. Ich arbeite in verschiedenen Schichten rund um die Uhr. Aber ich verdiene gut und bin sehr gut versichert“, erklärt sie. Was fällt ihr besonders auf an den Gästen? „Nach Las Vegas kommen viele junge Menschen. In der Stadt gibt es an jeder Ecke Prostitution. Alkohol und auch Drogen sind fast überall zu haben. Viele kommen damit nicht klar. Sie konsumieren mehr als ihnen gut tut, prügeln sich dann oder drehen sonst irgendwie durch“, erzählt sie.

Edith kennt die Sonnen- und Schattenseiten in Las Vegas.

Edith kennt die Sonnen- und Schattenseiten in Las Vegas.

Edith, die in Kalifornien geboren wurde, sieht jeden Tag Menschen, die mit Alkohol gefüllten Plastikbechern in Form überdimensionaler Blumenvasen auf Gewinne anstoßen, bis sie taumeln. Aber auch so manches persönliches Drama hat sie schon erlebt. „Ich erinnere mich an einen jungen Mann im vergangenen Jahr, der in einem Spiel mit hohem Einsatz alles verloren hat. Vorlauter Verzweiflung hat er sich aus dem Fenster seines Hotels gestürzt.“

Eunice aus Ohio

Eine, die ihr Glück immer wieder herausfordert und jedes Jahr wiederkommt, ist Eunice aus Ohio. Gleich zwei Monate verbringt sie mit ihrem Mann in der Sonnenstadt und flüchtet vor dem kalten Winter in ihrem Heimatstaat im hohem Norden.“Wir besuchen hier in Nevada Freunde und Verwandte. Aber ein Besuch in den Casinos muss einfach sein“, sagt die 75-Jährige lachend.

Erfahrene Glücksspielerin - Eunice aus Ohio.

Erfahrene Glücksspielerin – Eunice aus Ohio.

 

„Im letzten Jahr habe ich einen Spielbonus im Wert von 1.250 Dollar gewonnen. Vielleicht klappt es ja wieder.“ Auf die Frage, ob sie sich ein festes Budget als Einsatz gesetzt hat, winkt sie ab. „Das bleibt mein Geheimnis.“ Sie fragt, woher ich komme und meint beim Stichwort „Germany“: „Ich war vor ein paar Jahren in München. In Deutschland werden in den Bäckereien ja seltsame Backwaren verkauft, überhaupt nicht süß.“ Noch in der Erinnerung an wahrscheinlich Laugenbrezeln verzieht sie ihr Gesicht, als hätte sie gerade in eine Zitrone gebissen.

James – einfach mal gucken

Auch Zaungäste gibt es in Las Vegas. James lerne ich in der Lobby des Hotels Riviera kennen.

Illusionen? James aus New York blickt ganz realistisch auf das Treiben in Las Vegas.

Illusionen? James aus New York blickt ganz realistisch auf das Treiben in Las Vegas.

Ruhig sitzt er da und stärkt sich erst einmal mit einem Stück Kuchen für das, was kommt.Auf die Frage, ob er auch auf der Suche nach dem großen Geld ist, antwortet der 29-Jährige aus New York. „Ich bin das erste Mal hier und schaue mir das alles einfach für zwei Tage an. Ich habe nicht vor, mein Geld hier zu verspielen.“ Dabei guckt er ernst und gelassen. Ein Foto möchte James zuerst nicht von sich machen lassen. Aber dann überlegt er es sich doch anders und posiert für mich vor einer Show-Ankündigung. Entspannt und souverän zieht er anschließend von dannen in die Welt des Glücksspiels und der ewig blinkenden Automaten.

Gabriele Brähler

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