Einmal Abgrund, hin und weg…

Viele Kilometer fahren wir durch spärliche Pinienwälder, kaum scheint sich die Landschaft je wirklich zu verändern…

Obwohl wir wissen, dass es so kommt, öffnet sich der gigantische Canyon doch überraschend und leuchtet uns in der Abenddämmerung als goldrote felsige „Tempelanlage“ im Abgrund entgegen. Fasziniert möchte ich das Auto sofort stehen lassen und zum Rand eilen. Kein Wunder, dass Menschen zu allen Zeiten von der magischen Weite, die sich im Boden auftut, angezogen wurden: Schon seit mehr als zehntausend Jahren kommen sie hierher, so heißt es auf einer der vielen Erläuterungstafeln. Jäger, die den Grand Canyon wie Nomaden durchwanderten, dann die Indianer, die seinen Grund besiedelten und ihr Getreide in Höhlen lagerten. Ihre Nachfahren, die Hopi, wohnen noch immer in der Nähe.

Ein magischer Ort für Millionen Besucher - der Grand Canyon.

Ein magischer Ort für Millionen Besucher – der Grand Canyon.

In der Neuzeit legte man Schienen, um ihn zu erreichen: Die Eisenbahn, die zuvor unter anderem Goldsucher in den wenige Meilen entfernt gelegenen Ort Williams gebracht hatte, führte an der Schwelle des 20. Jahrhunderts die Touristen an den Rand der mächtigen Schlucht heran. Und sie tut es heute wieder unter lautem Getute: die „Grand Canyon Railway“-Gesellschaft nahm nach einer Auszeit Ende der 1980er Jahre ihren Betrieb erneut auf und ist etwas für echte Bahn-Nostalgiker.

Von dieser Dampflok ließ man sich um die Jahrhundertwende in den Canyon bringen.

Von dieser Dampflok ließ man sich um die Jahrhundertwende in den Canyon bringen.

Die historische Strecke des Gran Canyon Railway ist wieder in Betrieb.

Die historische Strecke des Gran Canyon Railway ist wieder in Betrieb.

Am Canyon angekommen, geht es entweder per pedes oder auf dem Maultier weiter. Auf dem sogenannten Rim Trail am südlichen Rand wandern an Wochenenden Tausende, sogar mit dem Rollstuhl kann man das Naturwunder bequem von einem der vielen Parkplätze aus erreichen. Der berühmte „Bright Angel Trail“, der seit Menschengedenken über mehr als zwölf Kilometer hinunter in den Canyon und schließlich zum Colorado River führt, ist hingegen eine echte Herausforderung. Im Zickzack geht es tief hinab, zeitweise musste man für diese Kletterroute sogar Zoll dafür bezahlen. Und obwohl der Weg an einem Indianergarten vorüber führt, in dem Wasser entspringt, warnen Schilder die Wanderer davor, sich selbst zu überschätzen und zu glauben, sie könnten die Tour an einem Tag retour schaffen. Dann sollte man sich doch lieber auf dem Rücken eines Maultiers zurück tragen lassen…

Hier startet der berühmte Bright Angel Trail.

Hier startet der berühmte Bright Angel Trail.

Natascha Plankermann

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