Hollywood bei Nacht – mit George

Seine Hände und auch die Füße passen genau in die Abdrücke, die George Clooney vor dem chinesischen Theater in Hollywood im Beton hinterlassen hat.

Und so wissen wir gleich zu Beginn unserer Tour durch Los Angeles, wer uns die Stadt zeigen wird: ER! Naja, zumindest hat unser Guide den gleichen Vornamen… und immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Der Mann mit dem Dreitagebart und den griechischen Vorfahren ist kein normaler Stadtführer. Wir sind in Hollywood – da muss er unterhalten.

George zeigt uns sein Los Angeles.

George zeigt uns sein Los Angeles.

Als erstes zeigt er uns gemeinsam mit drei Paaren aus Neuseeland, Australien und Israel den „Walk of Fame“. „Über anderthalb Meilen ist er lang“, erzählt George. Angefangen hat alles mit den Beatles, deren Namen am Anfang der heutigen Sterne-Promenade neben einer Art Mini-Tempelanlage im Boden verewigt sind. „Heute gibt es eine App ‚Walk of fame'“, sagt George lachend. „So findet jeder schnell unter den mehr als 2500 Sternen seinen Favoriten.“ Seine achtköpfige Truppe als aller Welt hat der Guide charmant im Griff. Er scheucht uns wie Welpen in eine ruhige Ecke am Walks (schließlich soll keiner abhanden kommen) und erzählt uns, dass jeder Stern 30.000 Dollar kostet. Jeder Antrag wird streng nach festgelegten Kriterien geprüft.

Hand- und Fußabdrücke für die Ewigkeit vor dem Chinesischen Theater in Hollywood.

Hand- und Fußabdrücke für die Ewigkeit vor dem Chinesischen Theater in Hollywood.

Walk of Fame - Sterne über Sterne ....

Walk of Fame – Sterne über Sterne ….

Wir steigen in Georges Kleinbus und fahren über den Mulholland Drive, vorbei an der Hollywood Bowl, dem Sommerspielort der L.A.-Philharmoniker, zum Aussichtspunkt mit dem besten Blick auf eins der angesagtesten Fotomotive – dem 15 Meter hohen Namenszug des Stadtteils. „Das Hollywood-Zeichen wird weltweit am häufigsten fotografiert“, meint er voller Überzeugung. Ob das nicht die Franzosen vom Eiffelturm auch behaupten? „Eigentlich war es 1923 nur der Gag einer Immobilienfirma, die Grundstücke verkaufen wollte“, erzählt George. „Aber bald mochte keiner der Einwohner mehr auf das ehemals aus Holz gefertigte Zeichen verzichten. Es wurde einfach das Symbol für Hollywood. Und als es zu zerbröseln drohte, organisierte Playboy-Gründer Hugh Hefner in den 1970er Jahren eine Spendenaktion, damit der 15 Meter hohe Schriftzug originalgetreu aus Beton rekonstruiert werden konnte.“

Während George uns seine Geschichten erzählt, chauffiert er uns sicher durch den Verkehr, hält ab und an großformatige Fotos hoch, manchmal beidhändig, und spielt die passende Musik: California Dreamin‘ von den Beach Boys, Hotel California von den Eagles… Hoch und runter die schmalen Straßen geht es durch Beverly Hills, vorbei an Promi-Grundstücken von Charlize Theron oder Ben Stiller, den George mag, weil er den Tourbussen so nett zuwinkt. Am Haus von Dracula-Darsteller Bela Lugosi bricht George in sein gruseligstes Vampir-Lachen aus.

Aufregend bei Tag und Nacht - die Unterhaltungshauptstadt Amerikas L.A.

Aufregend bei Tag und Nacht – die Unterhaltungshauptstadt Amerikas L.A.

Bis in die Abendstunden sind wir mit ihm unterwegs. Von Beverly Hills geh’s weiter zum Rodeo Drive. Prada, Gucci und Tiffanys locken wie an der Kö in Düsseldorf – doch in Los Angeles sind die Geschäfte schon allein deshalb bekannter, weil Julia Roberts im Film „Pretty Woman“ dort eingekauft hat und gleich nebenan im Hotel Wilshire mit Richard Gere geturtelt hat.

Architektur, Musik, Politik, Wohnungsmieten, Erdbeben – Georges lässt kein Thema aus. Uns schwirrt nachher der Kopf. Wir bewundern das Walt Disney Theatre vom kanadischen Architekten Frank Gehry. Wir fahren am „House of Blues“ von Blues-Brother Dan Aykroyd vorbei, erhaschen einen Blick auf In-Lokale wie die „The Viper Room“ und sehen den Music-Store mit den Handabdrücken berühmter Musiker wie Jimmy Hendrix, Eric Clapton und der Bibel von Elvis Presley. Auch an den berühmten Studios von Paramount Pictures fahren wir vorüber und schauen kurz auf Studio 4, wo Alfred Hitchcock „Die Vögel“ gedreht haben soll.

Walt Disney Theatre - glänzendes Prunkstück des Stararchitekten Frank O. Gehry.

Walt Disney Theatre – glänzendes Prunkstück des Stararchitekten Frank O. Gehry.

Wir erfahren, dass George ein glühender Anhänger Obamas ist und „heute mehr Leistungen für seine Krankenversicherungsbeiträge bekommt als früher“. Das kostet allerdings auch einiges – ebenso wie die Mieten in Hollywood. „900 Dollar legt man in L.A. für ein Einzimmer-Appartement auf den Tisch“, weiß unser Guide mit der kessen Basecap. „Dafür muss man aber ein schlechte Nachbarschaft in Kauf nehmen. Etwas Netteres gibt’s für 1.300 Dollar.“ Und wenn Robert de Niro oder Jack Nicholson nebenan wohnen, legt man für eine Villa gerne mal 50 Millionen oder mehr an.
So würde George natürlich auch am liebsten wohnen, denn er liebt es, den Promis nahe zu sein… Bisher hat er zwar nur Schnappschüsse von ihnen in einem Schnellhefter – aber was nicht ist, kann ja noch werden… vom Tellerwäscher zum Millionär, vom Guide zum Star mit Haus in Beverly Hills, alles ist möglich, wir sind in Amerika… Allen, die nach L.A. kommen, können wir unseren redegewandten, sing- und tanzfreudigen Guide nur empfehlen. Mehr unter www.starlinetours.com.

Gabriele Brähler / Natascha Plankermann

 

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