New York, New York – Ruhe im Zentrum des Orkans

Ohrenbetäubende Sirenen von Polizei- und Feuerwehrwagen neben heran brausenden Taxen, die in letzter Minute mit quietschenden Reifen vor den Fußgängern bremsen.

Morgens und abends verstopfte Straßen. In den Stoßstange an Stoßstange stehenden Autos die Quengler, die ihrem Wunsch nach schnellem Weiterkommen durch lautes Hupen Ausdruck verleihen. Auf den zentralen Plätzen wie dem Times Square haushohe Leuchtreklamen, die mit grellen Farben und schnellen Bildern um Aufmerksamkeit buhlen. Dazu dichtes Menschen-Gedränge und jede Menge Promoter, die Werbezettel an Mann und Frau bringen wollen. Nein – leise und gemütlich geht es auf den ersten Blick und beim ersten Hinhören nicht in New York zu.

Charmant, offen und vor allem gelassen sind dagegen die Menschen in dieser Stadt, mit denen wir sprechen. Joshua, der lustige Stadterklärer mit grün-weißer Zöpfchenmütze auf der GrayLine; Martin, den wir im Bus kennen lernen und der uns von seinem Urlaub in Mexiko erzählt oder die unzähligen New Yorker, die wir nach netten Restaurants und Jazz-Clubs fragen oder sonstwie um Hilfe bitten.

Central Park - weiße und ruhige Oase mitten in Manhattan.

Central Park – weiße und ruhige Oase mitten in Manhattan.

Die stille und entspannte Seite finden wir immer dann, wenn wir uns ein wenig Zeit nehmen und genauer hinschauen. Der Central Park zum Beispiel lädt zur Ruhe und Beschaulichkeit ein. Gleich um die Ecke von der prachtvollen 5th Avenue mit Geschäften von Prada und Gucci gelegen, ist er in diesem Winter eine verträumte Landschaft in weiß. Wie aus ganz weiter Ferne summen die Großstadtgeräusche. Jogger und Hunde-Besitzer drehen ihre Runden genau so wie junge Eltern mit ihren Kinderwagen. So mancher Tourist nimmt die 15-minütige Abkürzung durch den Park, um von der Upper West Side gemütlich auf die Kulturmeile zum Beispiel zum Metropolitan Museum of Modern Art oder dem Jüdischen Museum zu schlendern. Ohne Hektik geht es auch am Washington Square zu, auf dem dick vermummt ein Pianist seine Weisen spielt, oder am Union Square auf dem kleinen Markt mit frischem Obst und leckerem Brot.

Die New Yorker sind das Tempo ihrer Stadt offensichtlich gewohnt – und lassen sich die Ruhe nicht nehmen. Das zeigt sich zum Beispiel auch beim Gespräch mit einem Angestellten im Guggenheim Museum. Hunderte Besucher sind gekommen, um sich die Ausstellung von On Kawara anzusehen. Mitten im Getümmel nimmt sich John Zeit für ein ausführliches Gespräch. Wie auch der Busfahrer auf nächtlicher Route. Gelassen lenkt er seinen voll besetzten Bus durch die Straßen – und beantwortet der Touristin geduldig ihre Fragen zum Metro- und Busverkehr.

Herzlich willkommen - trotz eisiger Kälte öffnet Cynthia die Tür zu ihrer Mini-Schneiderei in Harlem.

Herzlich willkommen – trotz eisiger Kälte öffnet Cynthia die Tür zu ihrer Mini-Schneiderei in Harlem.

Joshua - Entertainer im Bus mit seinem Markenzeichen, der grünen Zöpfchenmütze.

Joshua – Entertainer im Bus mit seinem Markenzeichen, der grünen Zöpfchenmütze.

Im Auge des Orkans herrscht Ruhe – das hektische New York beweist es wieder einmal.

Gabriele Brähler

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