Souvenir 1: Vuthy und seine Knatterbüchse

Wir schrauben uns über die Serpentinen der neuseeländischen Berglandschaft und  wünschen uns unseren Tuk Tuk-Fahrer Vuthy zurück. Sicher hat er uns über Schlagloch-Pisten chauffiert und zuverlässig durch dichtes Verkehrsgetümmel ans gewünschte Ziel gebracht.

Aufrecht sitzt er auf seinem rot-schwarzen Tuk Tuk. Der Rücken von Vuthy ist uns in den letzten zwei Tagen zu einem vertrauten Anblick geworden. Mit geschätzten 30 Stundenkilometer knatt

Vertrauter Rücken - mit Vuthy kommen wir sicher an jedes Ziel.

Vertrauter Rücken – mit Vuthy kommen wir sicher an jedes Ziel.

ern wir mit unserem Guide in Angkor Wat von Tempel zu Tempel, zur Schmetterlingsfarm und entlang der Shoppingmalls. Vuthy scheint ein Speedy Gonzales von Kambodscha zu sein. Reihenweise lassen wir andere Tuks Tuks hinter uns. Wir teilen Staubwolken mit ihm, tauchen in Abgas-Schwaden von Reisebussen und LKWs ein und rumpeln über tiefe Schlaglöcher.

Vuthy - allzeit bereit, uns zum nächsten Tempel in Angkor Wat zu chauffieren.

Vuthy – allzeit bereit, uns zum nächsten Tempel in Angkor Wat zu chauffieren.

Wir haben ihn in kurzer Zeit ins Herz geschlossen. Mit breitem Lachen erwartet er uns morgens und an jedem Stopp und schenkt uns bei jedem Wiedersehen auf Neue einen warmen Blick aus seinen dunklen Augen. 34 Jahre ist Vater zweier Söhne und einer Tochter alt. Seit vier Jahren wohnt er mit seiner Familie in Siem Reap und verdient sein Geld als Guide und Fahrer. Mit uns hat er zwei Tage lang volles Programm, muss dafür aber nicht mehrfach am Tag im Pulk mit anderen Tuk Tuk-Fahrern auf die Jagd nach Touristen gehen.

Geboren wurde er in Dem Dek, einem Dorf etwa 35 Kilometer von Siem Reap. Uns bezaubert er mit seiner unerschütterlich guten Laune und seiner liebenswerten Ausstrahlung. Und er überrascht uns immer wieder mit seiner Aufmerksamkeit und Schnelligkeit. Kaum sind wir unter Hunderten anderer Touristen aus einem Tempel gekommen, flitzt er schon strahlend und winkend auf uns zu.

Wir haben viel Spaß bei den Teufelsritten in Vuthys Knatterbüchse, kommen uns manchmal vor wie auf der Kirmes. Taschen festhalten ist angesagt, in mancher Kurven drohen wir samt Gepäck von der Rückbank zu fliegen – so sehr legt sich Vuthy ins Zeug.

 

Riesige Bäume erobern die Tempelanlage Ta Prohm.

Riesige Bäume erobern die Tempelanlage Ta Prohm.

Eigentlich würde er gerne mal verreisen. „Nach China zum Beispiel“, sagt er. Aber das kann er sich nicht leisten. „30 Dollar kostet ein Pass, das ist mir einfach zuviel.“ Tag für Tag ist er auf den Beinen, chauffiert Touristen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit oder hilft abends noch im Hotel Hang Tep aus. Gut, dass immer mal wieder Provision abfällt. Wenn er uns zu einem der Restaurants fährt oder wir in einem Shop einkaufen, steckt man ihm ein paar Scheine zu. Am liebsten würden wir Vuthy auf unsere Reise mitnehmen. Quer durch Neuseeland mit dem Tuk Tuk – das wäre doch eine Geschichte wert. Er bleibt uns aber auf jeden Fall erhalten; zumindest als Freund bei facebook.

Gabriele Brähler

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