#80naechte: Gute Nachtgeschichten

Nachts fallen mir die besten Geschichten ein. Und es macht mir mehr Spaß, sie aufzuschreiben, wenn die Sonne untergeht. Bin ich eine Art Vampir, Wortsauger? Nein, ich gebe die Worte ja von mir…

Wenn die Sonne sinkt, entstehen die Geschichten. Foto: Dieter Grätsch

Wenn die Sonne sinkt, entstehen die Geschichten. Foto: Dieter Graetsch

Warum texte ich lieber im Dunklen, quasi ganz geheim vor dem leuchtenden Bildschirm? Die Welt wird ruhiger, alle anderen sind aus ihren Büros ausgeflogen und irgendwo, von wo aus sie mich meistens nicht anrufen. Weil sie zum Beispiel gerade Abendbrot essen oder jemanden daten. Dann habe ich ein Date mit meiner nächsten Geschichte, die ich tagsüber erlebt oder recherchiert habe.
So wie jetzt.

Auf diese Weise ist auch die Idee zu den „80 Nächten“ entstanden, so werden wir von unterwegs berichten. Wobei ich mal gespannt bin, wie meiner Mitreisenden Gabi diese Aussicht schmeckt. Denn sie ist ja eher die Lerche und morgens schon längst busy, während ich mir noch den Sand aus den Augen reibe oder zu diesem Zweck unter der Dusche stehe. Eule nennt man so jemand Nachtaktiven wohl…

Ob Phileas Fogg eher der Morgenmensch war oder nicht in den Schlaf fand? Er ist ja unser Vorbild im Um-die-Welt-Reisen, der Mann, der es im Roman als erster getan hat. Ich habe verglichen und gefunden, dass wir nicht viel gemeinsam haben: Ich trage keinen Backenbart (obwohl der ja gerade wieder in Mode zu kommen scheint), bin dunkelhaarig und glücklicherweise nicht leicht korpulent (im Gegensatz zu Jules Vernes Helden). Mein Tagesablauf ist nicht so geordnet und regelmäßig wie seiner, leider bin ich auch nicht immer so pünktlich, wie es ihm zugeordnet wird, und mein Kleiderschrank – na schweigen wir davon. Seiner war jedenfalls völlig aufgeräumt. Insofern war er also vermutlich auch schon früher wach als ich. Aber dafür möchte ich unterwegs etwas erleben, nicht nur reisen, um eine Wette zu gewinnen. Denn das war ja sein Plan, der allerdings nicht ganz aufging, weil er die Rechnung ohne den treuen, doch manchmal tumben Diener Passepartout und eine indische Witwe gemacht hatte, die er nach spektakulärer Rettung vor dem Feuertod mit auf die Reise nahm. Ganz zu schweigen von den anderen Unwägbarkeiten, die ihm unterwegs in die Quere kamen.

Welche werden uns begegnen? Und wen werden wir treffen? Eher wohl einen Scheich aus dem Morgenland als einen indischen Witwer, denn in dessen Land reisen wir ja nicht. Ob es Orte gibt, an denen wir lieber bleiben als weiterreisen wollen? Wo es uns wohl am besten gefallen wird und wie viele denkwürdige Nächte (infolge von ebensolchen Tagen) wir erleben werden? Mehr darüber ab Anfang Januar hier… stellen Sie schon mal den Wecker, damit Sie wach werden. Oder trinken Sie einen Espresso, um munter zu bleiben. Denn wir schreiben zwar nicht wie die Scheherazade, die erzählte, um am Leben zu bleiben. Aber wir würden es tun, wenn es sein müsste… und wir werden Menschen finden, denen es ebenso geht. Denn wenn man genau rechnet, sind wir ja „nur“ 56 Nächte unterwegs und wollen uns weitere gute Nachtgeschichte von anderen erzählen lassen. Die gibt es hier dann auch zu lesen.

In diesem Sinne, wie mein guter Freund Jörg zu sagen pflegt: Bis die Nächte…

Natascha Plankermann. Foto: Gudrun Petersen

Natascha Plankermann.            Foto: Gudrun Petersen

Natascha Plankermann

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